Was passiert beim Schlafen? Der Körper schläft, das Gehirn nicht...

Die Körperfunktionen im Schlaf

Träumen Sie schön?



 

Was passiert beim Schlafen? Der Körper schläft, das Gehirn nicht...


"Der Schlaf ist das Bild des Todes."

Cicero, Tusculanae Disputationes I, 38

 

 

Lange Zeit glaubte man, mit dem Einschlafen ginge im Gehirn im wahrsten Sinne des Wortes das Licht aus – bis der Jenaer Neurologe Hans Berger im Jahre 1924 eher zufällig das Elektroenzephalogramm, kurz EEG erfand.

Berger war auf der Suche nach einer Methode, telepathische Fähigkeiten beim Menschen nachzuweisen, als es ihm gelang, Hirnstrommuster durch die Schädeldecke abzuleiten und aufzuzeichnen. Als er seine Forschungsergebnisse fünf Jahre später publizierte, waren darunter auch Messungen der Gehirnströme von Schlafenden.

 

Beim Einschlafen verlangsamen sich die Alphawellen, die für einen entspannten Menschen kurz vor dem Einschlafen charakteristisch sind und gehen schließlich zu Thetawellen über. Insgesamt fünf verschiedene Schlafstadien lassen sich anhand der Gehirnaktivität unterscheiden: vom so genannten REM-Schlaf, der „Rapid-Eye-Movement“-Phase bis zum  traumlosen Tiefschlaf.

In der REM-Phase wechseln sich Theta-, Alpha- und Betawellen in rascher Folge ab, während im Tiefschlaf langsame Delta-Wellen dominieren. Während zu Beginn des Schlafes die Tiefschlafphasen überwiegen, wechseln  sich die Schlafphasen gegen Ende des Schlafes in immer kürzeren Abständen ab, dabei nimmt der Anteil des REM-Schlafs zu.

 

Übrigens: Ist der Schlaf gestört, vermindert sich der Tiefschlafanteil wie auch die Anzahl der REM-Phasen. Durch den leichteren Schlaf steigt die Anzahl der Weckreaktionen deutlich an – wir wachen nachts öfter auf.


 

Die Körperfunktionen im Schlaf


„Der Schlaf ist für den ganzen Menschen, was das Aufziehen für die Uhr.“

Schopenhauer

 

 

Nach dem Einschlafen nimmt die Herzfrequenz ab und sinkt – wie der Blutdruck – auf bis zu 20 Prozent unter den Tageswert ab. Die Atmung wird regelmäßiger, langsamer und flacher, die Körpertemperatur fällt. Dafür kommt der Hormonhaushalt in Schwung. Die Produktion des Wachstumshormons ist während der ersten Stunden Schlaf am höchsten. Dagegen misst man niedrigere Werte des Stresshormons Cortisol. Dessen Spiegel steigt erst wieder kurz vor dem Aufwachen in den frühen Morgenstunden an. Und auch das Glückshormon Dopamin produziert der Körper im Schlaf – vorzugsweise in der Zeit vor Mitternacht.

 

Mit dem Beginn einer REM-Phase verändern sich die Körperfunktionen. Die Atmung wird unregelmäßiger  Puls und Blutdruck zeigen kurzfristige Schwankungen. Fast alle Körpermuskeln erschlaffen – eine Sicherheitsmaßnahme, damit der Schläfer seine Träume nicht mit den entsprechenden Bewegungen begleitet. Nur Augenmuskulatur und Zwerchfell sind noch aktiv.

 

Das Schlaf-Ende kündigt sich körperlich bereits geraume Zeit vor dem eigentlichen Erwachen an. Körpertemperatur und der Cholesterinspiegel steigen, Körperbewegungen werden häufiger. Übrigens ist es völlig normal, in der Nacht mehrfach kurz wach zu werden. Im Unterschied zum gestörten Schlaf haben wir diese kurzen Wachphasen am Morgen schon fast wieder vergessen. Und auch auf den Erholungseffekt haben sie keinen Einfluss.


 

Träumen Sie schön?


„Im Traum tritt die seherische Kraft der Seele hervor.“

Platon

 

 

Ungefähr 150.000 Träume hat ein Mensch im Laufe seines Lebens. Im Traum können wir fliegen, reisen von der Zukunft in die Vergangenheit und sprechen fremde Sprachen. Nach einer Umfrage der Apotheken-Rundschau leidet jeder fünfte Deutsche unter nächtlichen Alpträumen.



Doch wozu sind Träume eigentlich gut? Für das körperliche und seelische Wohlbefinden, wie auch für die Erholsamkeit des Schlafs sind sie entbehrlich. Das belegen Beispiele von Menschen, die das Träumen nach einem Unfall oder krankheitsbedingt „verlernt“ haben. Zudem hat die Traumforschung seit jeher mit einem handwerklichen Problem zu kämpfen: Um herauszufinden, ob und was ein schlafender Mensch träumt, müssen die Wissenschaftler ihn erst aufwecken.

Einen direkten Zugriff auf das Subjekt ihres Interesses haben sie nicht.

 

Trotzdem galt das nächtliche Kopfkino schon einmal als entschlüsselt, als der österreichische Psychoanalytiker Sigmund Freud im Jahr 1899 seine „Traumdeutung“ veröffentlichte, in der er Träume durch das Libido-Konzept und als Hüter des Schlafes deutete. Dem gegenüber stellte der US-Schlafforscher Allan Hobson in den 80er-Jahren seine Theorie, dass Träume lediglich Hintergrundrauschen des schlafenden Gehirns sind. Hobson ist mittlerweile widerlegt und Freuds Theorie erlebt eine unerwartete Renaissance.

 

Denn Träume sind nicht – wie ursprünglich angenommen – auf den REM-Schlaf beschränkt. Der Neurologe und Psychoanalytiker Mark Solms hat herausgefunden, dass sind im Traum höhere Hirnregionen aktiv sind, die Instinkte, Emotionen und Wünsche steuern. Durch Solms' Ansätze entsteht derzeit eine neue Verbindung von Psychoanalyse und Neurobiologie. Zu seinen Annahmen gehört: Im Traum zeigt sich die menschliche Psyche im Urzustand, in der unsere biologische Seite der sozialisierten unseres Geisteslebens gegenübertritt.



Sedacalman®
Die Anwendungsgebiete leiten sich von den homöopathischen Arzneimittelbildern ab.
Dazu gehören: Nervöse Störungen mit Schlafstörungen. | Enthält 59 Vol-% Alkohol. Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
Schwarzwälder Natur-Heilmittel | 93183 Kallmünz





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