Schlafstörungen – wenn Schlaflosigkeit krank macht
Schlafapnoe, Restless-Legs und Schlafwandeln – viele Wege führen zu wenig Schlaf
Schlafstörungen – wenn Schlaflosigkeit krank macht
"Wenn Schlaf und Wachen ihr Maß überschreiten, sind beide böse."
Hippokrates von Kós, Lehrsprüche II, 3
Jeder dritte Deutsche leidet unter gelegentlichen Ein- oder Durchschlafproblemen, jeder Zehnte an chronischen Schlafstörungen. Die Ursachen sind vielfältig. Workaholics trifft es genauso wie Hartz-IV-Empfänger, Frauen leiden um ein Drittel häufiger als Männer unter Schlaflosigkeit. Und obwohl auch schon Schüler über Schlafprobleme klagen, liegt das Durchschnittsalter der Patienten in den mittlerweile über 300 Schlaflaboren bundesweit bei Mitte 40.
Hin und wieder auftretende Schlafstörungen sind etwas ganz Normales. Etwa, wenn der Tag besonders aufregend war, oder nach einem Streit mit dem Partner.
![]() |
Problematisch wird es dann, wenn Schlafmangel zum Dauerzustand wird und die Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit einschränkt. Der Erfolg einer Therapie ist in der Regel davon abhängig, ob vor der Behandlung der Schlafprobleme eine gründliche Untersuchung und Diagnostik erfolgt.
Fast alle organischen Krankheiten können von Schlafstörungen begleitet werden – besonders dann, wenn sie schmerzhaft sind oder hormonelle Ursachen haben, wie bei der Schilddrüsenüberfunktion. Auch psychische Krankheiten, wie Depressionen, führen fast immer zu Schlafproblemen. Zu den häufigsten Fällen in den Praxen der Somnologen, der Schlafforscher, zählen „kultivierte“ Ein- und Durchschlafstörungen. Viele Menschen unterschätzen die Bedeutung von Schlafhygiene, gesunder Lebensweise und regelmäßigen Schlafenszeiten. Sie geraten dadurch in einen Teufelskreis aus Schlafmangel, Erwartungsdruck und falscher Selbstbehandlung.
Schlafapnoe, Restless-Legs und Schlafwandeln – viele Wege führen zu wenig Schlaf
"Man muss schlaflose Nächte haben, um etwas von dem Geheimnis der großen Stille um Mitternacht zu wissen."
Ferdinand Ebner, Schriften, Bd. 1
Über 80 Schlafstörungen sind den Forschern heute bekannt. Das Spektrum der Beschwerden geht weit über Schwierigkeiten beim Ein- und Durchschlafen hinaus. Ausgehend von Erscheinungsbild und von den Ursachen lassen sie sich in der Regel einer der folgenden Schlafstörungskategorien zuordnen:
Insomnien
Betroffene klagen über Ein- und Durchschlafschwierigkeiten, unerholsamen oder zu wenig Schlaf. Tagsüber sind sie müde und nicht voll leistungsfähig. Wenn sie nachts aufwachen, können sie nicht mehr einschlafen. Morgens werden sie oft zu früh wach.
Hypersomnien
Ständige Müdigkeit, chronische Erschöpfung – bis hin zum wiederholten Einnicken während der Arbeit. Hypersomnie-Patienten haben keine Probleme mit dem Nachtschlaf, sind aber trotzdem nie richtig „ausgeschlafen“. Schlafapnoe und Restless-Legs-Syndrom zählen zu den Untergruppen der Schlafbezogenen Atem- oder Bewegungsstörungen.
Schlaf-Wach-Rhythmusstörungen
Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus treten immer dann auf, wenn die innere Uhr aus dem Takt kommt – bei nächtlicher Schichtarbeit, nach Langstreckenflügen in Form eines Jetlags, aber auch bei inneren Abweichungen vom 24-Stunden-Rhythmus oder wenn das Schlaf-Wach-Muster unregelmäßig verläuft.
Parasomnien
Zähne knirschen, Schlafwandeln, nächtliches Hochschrecken oder übermäßige Neigung zu Alpträumen - bei Parasomnien handelt es sich um Störungen, die aus dem Schlaf heraus auftreten und zum Aufwachen oder teilweisen Erwachen führen.

